«Dieses Scheiss E-Learning muss ich jetzt den ganzen Tag machen»

Das war wortwörtlich die Aussage einer Kollegin die aus verständlichen Gründen anonym bleiben will. Sie arbeitet in einer grossen Hotelkette, welche ihren Mitarbeitern ein vierzehntstündiges «E-Learning» anordnete. Als jemand der sich ausgiebig mit Lernen und E-Learning beschäftigt musste ich nachhaken. Auf meine Frage was ihr denn nicht gefiele daran kriege ich Einiges zu hören.

  • Man kann das Video nicht vorspulen.

  • Wieso muss ich etwas lernen was nichts mit meinem Bereich zu tun hat?

  • Wieso soll ich mich einen ganzen Tag durch etwas durchklicken?

  • Wieso muss ich als langjährige Mitarbeiterin lernen wie man sich einloggt?

Zeitgemäss ist anders

In der Zeit von Blockchain, Web 3.0 und AI bleibt das moderne E-Learning auf der Strecke. Viele teilweise milliardenschwere Unternehmen -wie auch die Hotelkette in der die Kollegin ihre Erfahrungen machte-  laden Videos und Texte ins Intranet hoch mit einfachsten Multiple Choice Fragen und glauben so ihre Mitarbeiter:innen zu schulen. In unserem Beispiel sind die überwältigende Masse an Lernstoff, die Aufbereitung sowie auch die berühmte User Experience mehr als suboptimal. Wenn die Mitarbeiter:innen sich fluchend ans E-Learning setzen, muss man kein E-Learningexperte sein um zu sehen, dass da was schiefläuft.

Video vorspulen?

Der erste Einwand meiner Kollegin war: «Man kann das Video nicht vorspulen.» Das Überspringen von Lerninhalten ist in vielen Unternehmen erfahrungsgemäss verpönt. Hier aber die Gegenfrage: Wieso ist das schlecht? Am Ende des Tages müssen Mitarbeiter:innen ihr Wissen oder Können demonstrieren. Wenn sie bereits wissen was gelehrt wird, ist jede Minute wo man die Mitarbeiter:innen zwingt etwas durchzulesen, durchzuklicken verschwendete Zeit.  Wenn nur der geringste Zweifel besteht, dass die Lerninhalte bereits bekannt sein können, sollte die Abfrage (z.bsp. ein Quiz) bereits am Anfang der Lerneinheit stehen. Wenn dieses Quiz bestanden wird, hat man die Lerneinheit bestanden.

Nicht mein Bereich

Die Tatsache, dass ein E-Learning viele Elemente enthält die die Mitarbeiter:innen nicht betrifft ist ebenfalls eine Ressourcenverschwendung. Ein modernes E-Learning muss so konzipiert sein, dass es möglichst individuell auf die Teams oder die Einzelpersonen eingeht. Dies wäre in unserem Beispiel für Hotel relativ einfach zu bewerkstelligen, in dem das E-Learning Team die Bedürfnisse pro Team und nicht fürs ganze Unternehmen eruiert. Die Kurse wären dann modular aufgebaut, so dass jedes Team zugeschnittene E-Learnings erhält. Natürlich bedeutet dies einen grösseren Initialaufwand als wenn z.bsp. nur 1 Person im Unternehmen ein E-Learning für alle macht.  Vor allem bei mehrstündigen Kursen für die ganze Firma, muss am Anfang eine grössere Investition stehen, damit nachher nicht -wie in unserem Beispiel- ein ineffizientes E-Learning erstellt wird. Je grösser das Unternehmen, desto grösser sollte der Fokus auf modularisiertes E-Learning stehen.

Motivation?

Lernen sollte Spass machen. Lernen soll ein Erfolgsgefühl vermitteln. Lernen soll dazu motivieren, mehr zu lernen. Ohne diese Vorrausetzungen ist Nachhaltigkeit im Wissensmanagement bereits im Vorneherein zum Scheitern verurteilt. Wie meine Kollegin in der Hotelbranche klinken sich die Leute aus und man lästert teamintern über das mehrstündige E-Learning.

Eigentlich lösbar

Wie wäre es nun möglich die beschriebenen Probleme zu lösen oder gar nicht erst entstehen zu lassen? Gutes E-Learning ist wie gesundes Essen. Niemand hat die perfekte Formel aber gewisse grundsätzliche Prinzipien -die fast jedem bekannt sind- gelten bei beidem. Ob jetzt Milch schlecht oder ungesund ist, wird heiss diskutiert. Trotzdem weiss jedermann, dass man nicht täglich 3 Kilo Schokoladentorte essen sollte. Beim E-Learning ist klar, dass der lernenden Person Wissen vermittelt werden soll.  Gleichzeitig ist es einleuchtend, dass Personen die Spass und Erfolg im E-Learning erleben auch aufnahmefähiger sind. Das ist auch wichtig um die Motivation für zukünftige E-Learnings zu steigern.

Im konkreten Hotelbeispiel könnte dies mit einfachen Mitteln optimiert werden:

  1. Das E-Learning Team wird so aufgestellt, dass sie die verschiedenen Bedürfnisse der Teams eruieren können. Als Beispiel wird ein Team von 3 Personen sich schwer daran tun die Bedürfnisse von mehreren dutzend Teams zu analysieren.
  2. Es wird Software eingesetzt welche auch Pre-Assessment fähig ist um auszuschliessen, dass die Lernenden wertvolle Zeit verschwenden.
  3. Prinzipien wie «Instant Feedback» bei Tests, vorwärts und rückwärts navigieren werden beachtet.
  4. Bei grösseren E-Learning Projekten empfiehlt es sich auch Software im Einsatz zu haben, die nebst korrekt oder falsch auch die Antwortgeschwindigkeit überprüft um das E-Learning in Zukunft anzupassen und den Lerneffekt zu maximieren.

Danke ihnen fürs Lesen! 

Bei NLTA GmbH spezialisieren wir uns auf zeitgemässes massgeschneidertes E-Learning nach Mass mit Fokus auf den mehrsprachigen Schweizer Markt. Unsere Lösungen helfen beim Training wie auch Assessments für KMUs.  Kontaktieren Sie uns jetzt für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

David Schrag

Product Lead